Nur unverpackt ist schön verpackt

Aufgeschreckt von allgegenwärtigen Bildern von Plastikbergen etc. ändern immer mehr Konsumenten ihr Einkaufsverhalten. Beim Gemüseeinkauf im Supermarkt mitgebrachte Mehrwegbeutel zu füllen wird immer selbstverständlicher. Auch die Supermärkte werden aktiv. So bieten sie hygienische Lösungen an, so dass auch an der Wurst- oder Käsetheke die Ware in mitgebrachte Behälter gefüllt werden kann.

Doch trotz aller Bemühungen: Verpackungsfrei einzukaufen ist schwierig und viele Produkte sind nur in der, zugegebenermaßen, praktischen handlichen Einweg-Plastikverpackung zu haben. Diese fertig portinionierten Waren haben aber zusätzlich noch den Nachteil, dass man oft Reste hat, da man gar nicht so viel benötigt.

Unverpacktläden sind im Kommen

Abhilfe versprechen da die überall entstehenden Unverpacktläden, in denen man in mitgebrachte Behälter genau die gewünschte Menge einfüllen kann. So spart man Verpackung, nutzt sowieso schon vorhandene Behälter öfter und muss auch nichts wegwerfen.

Aber: der nächste Unverpackt-Laden ist zu weit weg? Das brachte Jessica Thijs auf die Idee zu ihrem Unverpackt-Truck “Füll mal”. Zur Zeit ist sie mit dem ersten und bisher einzigen Unverpackt-Truck in Deutschland unterwegs. Sie steuert in der Eifel jeden Tag einen anderen Wochenmarkt an und kommt so zu ihren Kunden.

Unverpackt-Truck kommt zu dir

Ein Besuch am Unverpackt-Truck ist spannend und bietet ein komplett anderes Einkaufsvergnügen. Ein bisschen Vorbereitung ist nötig, aber mit den eigenen Gläsern, Flaschen, Dosen, Beuteln, Tüten und dem Einkaufskorb bewaffnet kann man dort aus über 100 Produkten wählen und sich die gewünschten Mengen abfüllen lassen. So kann man sich vielleicht sogar das Umfüllen in die eigenen Vorratsbehälter ersparen. Auch plastikfreie Produkte wie Zahnbürsten, Zahnpasta im Glas, und vieles mehr kann man bei ihr erwerben. Die Besitzerin ist ständig auf der Suche nach neuen Produkten die sie anbieten kann und berücksichtigt sehr gerne auch Kundenwünsche.

Station in Kaisersesch

So sieht es dann auf dem Wochenmarkt in Kaisersesch aus: Zahlreiche Kunden, die sich neben frischem Gemüse und Obst auch mit Trockenvorräten verpackungsfrei versorgen können.

Denn will man der Verpackungsflut Herr werden, wird eine Änderung im Einkaufsverhalten der Konsumenten von Nöten sein. Immer ein paar Beutel und Behälter im Auto zu haben, um für einen spontanen Einkauf gerüstet zu sein, wird sicherlich dazugehören.

Wer auch gerne mal am “Füll mal” Truck einkaufen möchte, kann unter www.fuellmal.de den nächsten Standort erfahren und sich über das Sortiment informieren.

SoLaWi – was?

Immer mehr Menschen machen sich Gedanken darüber, wo ihre Lebensmittel her kommen, wie sie produziert werden und wie sie Lebensmittelverschwendung verhindern können. Entsprechend groß war das Interesse bei der Info Veranstaltung der SoLaWi Rhein-Ahr e.V. in Sinzig zum Auftakt der neuen Erntesaison.

SoLaWi = solidarische Landwirtschaft

SoLaWi ist die Kurzform für solidarische Landwirtschaft. Bei dieser Form der Vertragslandwirtschaft kooperiert eine Gruppe von Konsumenten (Verbraucher) mit einem oder mehreren Produzenten (Gemüsebauer, Hühnerhof, Imker, Ziegenhof, o.ä.).

Die Gruppe der Konsumenten erwerben jährlich zum Beginn der Saison Ernteanteile, die monatlich zu zahlen sind und erhalten im Gegenzug wöchentlich von den Produzenten ihre entsprechenden Anteile an Gemüse oder anderen landwirtschaftliche Produkten. Dabei variieren die Mengen entsprechend den wöchentlichen Erträgen, die gerade bei Gemüse je nach Saison sehr unterschiedlich ausfallen können.

Feldfrische Produkte, kurze Wege

Die Vorteile der SoLaWi liegen auf der Hand. Der Verbraucher erhält jede Woche regionale, saisonale, feldfrische Produkte, die auf kurzem Weg zu ihm gelangen und gänzlich ohne Verpackung auskommen. Durch diesen regionalen Anbau werden Nahrungsmittelimporte aus Südeuropa oder gar Übersee reduziert. SoLaWi kann so auch in Sachen Nachhaltigkeit punkten.

Abnahmegarantie und Planungssicherheit

Für den Landwirt ergibt sich durch die Ernteanteile eine monatliche feste Einnahmequelle, womit kalkuliert werden kann. Er hat Planungssicherheit und eine Abnahmegarantie seiner Produkte. Außerdem tragen die Konsumenten das Anbaurisiko mit. So wird das finanzielle Risiko des Landwirtes bei Ernteausfällen gemindert und auf viele Schultern verteilt. Zudem kann er bei Helfertagen und in Krisen (“Hilfe der Kartoffelkäfer”) immer auf helfende Hände zurückgreifen.

Auch krumme Gurken sind lecker und gesund

Heute leben wir in Zeiten, wo vielfach Gemüse oder landwirtschaftliche Produkte nur noch “Waren” sind. Dabei hat nur noch makelloses Gemüse in gut stapelbarer Form und Einheitsgröße eine Chance in die Regale der Supermärkte zu gelangen. Dazu ist es erforderlich, dass bereits vor der Ladentheke Lebensmittel außerhalb der “Norm” entsorgt werden. Aber auch diese mussten gesät, bewässert und geerntet werden, verbrauchten Ressourcen und sind genauso gesund und lecker, wie ihre makellosen Artgenossen.

Auch das sorgsame Umgehen mit Ressourcen gegen die Verschwendung solcher Lebensmittel ist ein Anliegen der SoLaWi. Da dürfen auch krumme Gurken, Gemüse mit ungewöhnlichen Formen und kleine Kartoffeln in die Erntekisten und eine Mahlzeit werden.

Es entstehen überall solche Kooperativen, die aber auf die Mitarbeit aller Beteiligten angewiesen sind, denn nur so können beide Seiten, Produzenten und Verbraucher und nicht zuletzt unserer aller Umwelt davon profitieren.

Wirsing – der gekräuselte Kohl

Wer kennt das auch noch? Wenn es Wirsing zum Essen gab, roch man es spätestens im Flur und mir verging spontan jeglicher Appetit. Wirsing stand ganz bestimmt nicht auf der Hitliste meiner beliebten Speisen weit oben.

Lange gekocht, mit etwas Mehl angedickt, war er wirklich nicht mein Geschmack, egal wie gut er mit Gewürzen verfeinert war.

Doch wie so oft, so bemerkte ich auch beim Wirsing, wie stark es auf die Zubereitung ankommt und wie lecker er eigentlich sein kann.

Auch die moderne Küche hat den Wirsing längst wieder entdeckt und er wird vielfältig eingesetzt. Er wird überall in der Welt angebaut und entsprechend wird er dort mit den typischen Gewürzen der Region zubereitet.

Heute habe ich für Euch eine etwas exotischere Variante mit Kokosmilch. Vielleicht habt Ihr Lust darauf sie auszuprobieren.

Hier ein leckeres Rezept: Wirsinggemuese mit Kokosmilch

Noch mehr Informationen zum Wirsing in unserer Warenkunde Wirsing

Schatzsuche

Dieses Bild hat ein leeres Alt-Attribut. Der Dateiname ist Schatzsuche.png

Jedes Jahr das gleiche Spiel: auf dem übervollen Speicher die Weihnachtskartons ausgraben. Diesmal mussten wir einige Kartons mit Büchern beiseite räumen.

Ja, Bücher, rechteckige, mit Buchstaben bedruckte Blättersammlungen aus Papier.

Im Zeitalter von Google und dem allumfassenden Wissen des Internets hat es auch bei uns viele viele Bücher auf den Speicher verschlagen. Schade eigentlich, denn da stecken ja auch eine Unmenge an Geschichten, Wissen und sicher auch Überraschungen drin.

Man müsste sich das mal genauer anschauen, dachten wir und gehen deshalb 2020 auf Schatzsuche im eigenen Haus.

Und Euch nehmen wir mit!

Das ganze Jahr über werden wir immer mal wieder über die spannenden, überraschenden, interessanten, informativen und vielleicht auch langweiligen Dinge berichten die wir dabei finden.

Mal sehen wohin uns das alles führt, nächste Woche geht’s auf jeden Fall los.

Hier geht es zur Schatzkammer.

Gewürz des Monats: Zimt

Was wäre die Winter- oder gar die Adventszeit ohne Zimt? So wie ein Sommer ohne Vanilleeis.

Grund genug sich mal mit Zimt als Gewürz näher zu beschäftigen.

In der Rubrik “Warenkunde” habe ich viele Fakten rund um das exotisch anmutende Gewürz zusammengetragen.

Denn schon beim Einkauf sollte man darauf achten, Ceylon Zimt zu kaufen. Dieser ist zwar etwas teurer , enthält aber deutlich weniger Cumarin und kann deshalb auch in höheren Dosen genossen werden.

In der Küche ist er vielfach einzusetzen und gibt vielen Speisen den besonderen Geschmack.

Nicht nur klassisch für Gebäck und Kuchen kann er verwendet werden, sondern er passt auch sehr gut zu gekochtem Rotkohl oder auch Rotkohlsalat, der ihn dann auch bekömmlicher macht.

Ich habe mal ein paar Rezepte aus den Dateien rausgesucht und wünsche guten Appetit und gutes Gelingen

– Hefeschnecken
– Lebkuchen
– Zimtsterne
– Rotkohlsalat

und neu:
– Florentiner Apfelringe
Ein gesunder Nachtisch, den man gut vorbereiten kann.

Ich wünsche einen guten Start in die besinnliche Adventszeit.

Vegane Rezepte – schöne neue Welt

Die Sprichwörter “Der Mensch ist ein Gewohnheitstier” und “Was der Mensch nicht kennt, isst er nicht” weisen schon darauf hin, dass es in kaum einem Lebensbereich so schwierig ist, seine Gewohnheiten zu ändern wie bei der täglichen Nahrungsaufnahme.

Die Weichen für das spätere Essverhalten werden schon im Säuglingsalter gestellt und dann jahrelang eingeübt. Morgens Brot oder Brötchen mit Marmelade, mittags Kartoffeln, Fleisch und Gemüse oder Salat. Abends wieder Brot mit herzhaftem Aufschnitt. Vielleicht zum Nachmittagskaffee noch ein Stück Kuchen oder süßes Gebäck. So oder so ähnlich würde wohl die Beschreibung eines typisch deutschen Speiseplanes aussehen.

Doch immer mehr Menschen gehen andere Wege. Glich das morgendliche Müsli vor Jahren schon fast einer Revolution, so starten heute Viele ganz selbstverständlich damit in den Tag.

Wer dann weiter unvoreingenommen und offen auch die Hauptmahlzeiten mal anders gestalten will, stößt unweigerlich auch auf vegetarische oder vegane Rezepte.

Zutaten für Zucchini-Paprika-Aufstrich

Dass diese gar keine exotischen oder völlig unbekannte Zutaten enthalten müssen, wird wohl die erste Überraschung sein. Denn auch mit Spitzkohl, Kartoffeln, Möhren, Rotkohl, sprich: mit einheimichem Gemüse, lässt sich hervorragend vegetarisch oder vegan kochen.

Doch das wird nur der Anfang sein, denn hat man erst die Tür zur vegetarischen oder veganen Küche aufgestoßen, wähnt man sich schnell im Schlaraffenland der unbegrenzten Möglichkeiten. Viele Sorten an Hülsenfrüchten, Gemüse in unterschiedlichen Zubereitungsarten, vermehrter Einsatz von Gewürzen und Kräutern, überraschen so den geneigten Genießer.

Bereiten Sie doch ab und zu mal ein neues Rezept zu und entdecken so die schöne neue Welt der vegetarischen und veganen Küche.

Stöbern Sie in der Rezeptsammlung. Alle Rezepte sind vegetarisch und zum Teil auch vegan bzw. mit Hinweisen, wie sie auch vegan zubereitet werden können.

Ganz neu ist dort der vegane Brotaufstrich “Zucchini-Paprika-Aufstrich” zu finden, der auch wunderbar als Dip zu Backofenkartoffeln oder Bratlingen passt.

Welt Vegan Tag am 1. November

Wer denkt, sich vegan zu ernähren oder zu leben sei etwas völlig Neues, so er irrt sich gewaltig.

Der Brite Donald Watson ( Jahrgang 1910 ) machte sich bereits in jungen Jahren Gedanken um den Umgang mit den “Nutztieren” auf dem Bauerhof seines Onkels. Nachdem er dann mitbekommen hat, wie dort zu Weihnachten ein Schwein geschlachtet wurde, wurde er bereits mit 14 Jahren Vegetarier.

Menschen die ähnliche Überlegungen anstellten wie er bezüglich Tierwohl und Umgang mit Tieren gab es zum damaligen Zeitpunkt nicht.

Der vegetarischen Ernährungsweise blieb er 20 Jahre lang treu. Später lehnte er, nachdem er sich auch über die Milchtierhaltung informiert hatte, den Verzehr und Nutzen sämtlicher Tierprodukte ab.

Veganes, gesundes, sehr schmackhaftes Mittagessen.

Einen Begriff für diese Lebens- und Ernährungsform gab es zu diesem Zeitpunkt noch nicht. Er selbst prägte ihn, in dem er das englische Wort für vegetarisch “vegetarian” aus den ersten drei Buchstaben und den letzten beiden zusammensetzte. Der Veganer und das Adjektiv “vegan” war geboren. Bereits im November 1944 gründete Donald Watson mit ein paar Freunden in England die Vegan Society oder kurz auch VS genannt.

Das 50 jährige Bestehen dieser Vegan Society nahm die britische Künstlerin und Tierschützerin Louise Wallis im Jahr 1994 zum Anlass den World Vegan Day zum 1.11. auszurufen. Sie war zu dieser Zeit Vorsitzende der britischen Vegan Society und wollte den 50. Jahrestages der Gründung der VS und der Einführung des Wortes “vegan” würdigen.

Ihr haben wir also diesen kuriosen Feiertag zu verdanken.

Selbstverständlich wird heute der Tag weltweit als Aktionstag genutzt, um auf die Belange des Veganismus aufmerksam zu machen.

Donald Watson, der Gründer dieser inzwischen weltweiten Bewegung verstarb 2005 im Alter von 95 Jahren.

Vegan Leben – mehr als nur in aller Munde

Während es vor vielen Jahren noch hieß: “Vegan”, was soll das denn sein?” taucht in letzter Zeit dieser Begriff immer öfters auf.

Überwiegend stolpern wir darüber in bunten Werbeblättchen der Supermärkte, die wöchentlich ins Haus flattern. Vegane Lebensmittel zu finden, die keinerlei tierische Inhaltsstoffe enthalten dürfte inzwischen kein Problem mehr sein. Das leuchtend grüne Label ziert so manches Produkt und kann so auch ohne langes studieren der Zutatenliste gefunden werden.

So landet vielleicht auch das eine oder andere vegane Produkt im Einkaufswagen bei Leuten, die sich normalerweise omnivore ernähren, sprich auch tierische Produkte essen.

Veganer können sich heute problemlos in jedem Supermarkt mit Lebensmitteln eindecken.

Für viele Menschen ist die vegane Ernährung allerdings nur der Einstieg in ein veganes Leben. Spätestens ab dann wird es schon deutlich schwieriger.

Wer da sehr konsequent sein will, muss schon viel Zeit für Recherche investieren und wird vermutlich ständig wieder neue Produkte ausfindig machen können, die doch nicht vegan sind. So weit verbreitet und normal ist die Verwendung von Inhaltsstoffen aus tierischem Ursprung.

Bei Kleidung ( Leder, Wolle, Seide, Fell, Borsten) oder Arzneien ( Milchpulver, Propolis) ist die tierische Herkunft augenfällig. Kosmetika sind schon wegen der Tierversuche im Gespräch, aber auch da stößt man in der Zutatenliste immer mal wieder auf tierische Fette (Talg ).

Auch Leim zum Buchbinden oder Druckerfarben enthalten solche Inhaltsstoffe, um gewisse Eigenschaften zu erzielen.

Deshalb gibt es sogar einen Vegan-Verlag, der Bücher, Grußkarten und Kalender entsprechend vegan produzieren lässt.

Da die Gemeinde der vegan lebenden Menschen immer größer wird, entstehen so immer mehr Firmen, die diesen Bedarf an vegan produzierten Waren decken können.

Inzwischen gibt es auch regelmäßig vegane Märkte, die sehr großen Zuspruch erfahren. Da kann man sich an vielen Ständen informieren, welche veganen Produkte neu am Markt sind.

Natürlich gibt es auf diesen Märkten ein umfangreiches veganes Speiseangebot und man kann sich mit den anderen zahlreichen Gästen austauschen.

Und wer beim Live-Cooking gut aufpasst, hat auch direkt schon eine Idee, was er am nächsten Tag auf den Tisch zaubern kann.

Unverpackt auch in Koblenz

Aktiv was gegen die Plastikflut beim Lebensmitteleinkauf tun, ist seit dem 17. Juni 2019 auch in Koblenz möglich. Denn seit dem Tag gibt es einen Unverpackt Laden in Koblenz, Pfuhlgasse 15.

Ein netter, freundlicher, heller Laden mit einem umfangreichen Sortiment und ebenso nettem, engagierten Personal.

Wenn man zum ersten Mal einen solchen Laden betritt, kann man schon leicht überfordert sein, ist man doch die abgepackten handlichen Größen im Supermarkt gewöhnt. Schnell Päckchen in den Einkaufswagen legen, ohne großes Nachdenken, wie viel man eigentlich benötigt. Durch die Packungsgrößen gezwungen, kauft man oft mehr ein als gewünscht und hat dann für zahlreiche angefangene Lebensmittel keine Verwendung.

Vorbereitet Einkaufen

Einkaufen im Unverpackt Laden ist hingegen ein ganz anderes Einkaufserlebnis. Es bedarf doch einiger Vorbereitung. Man kann zwar auch Gefäße, Beutel und Flaschen im Laden erwerben, aber Sinn eines solchen Ladens ist eigentlich, die Lebensmittel oder Waren in mitgebrachten Behältnissen zu kaufen und nach Hause zu tragen.

Also heißt es Gläser in unterschiedlichen Größen, Plastikdosen, Beutel und Flaschen in den Einkaufskorb zu packen und vorher schon zu überlegen, was brauche ich denn eigentlich und wie viel wovon.

Mengen selbst bestimmen

Denn neben dem Einsparen von Verpackungsmüll, ist gerade der Kauf in der wirklich benötigten Menge der große Vorteil des Unverpackt Ladens. Benötigt man z. B. für ein neues Rezept lediglich 100 g Linsen, kann man genau diese Menge kaufen. So wird auch der Lebensmittelverschwendung entgegen gewirkt. Besonders für kleine Haushalte ist das Einkaufen im Unverpackt Laden interessant.

Im Laden selbst wiegt mein seinen Behälter, damit das Eigengewicht nachher beim Bezahlen abgezogen werden kann. Das Etikett wird auf den Behälter geklebt und dann gehts ans Abfüllen. Das geht in der Regel sehr gut aus den Vorratsbehältern mit Schieber und ist hygienisch völlig unbedenklich. Oder es liegen passende Schaufeln bereit, womit man die Produkte entnehmen kann.

500 Produkte

In Koblenz wird ein breites Sortiment von etwa 500 Produkten angeboten, was man so vielleicht nicht unbedingt erwartet hätte. Der größte Teil der Ware ist sogar aus biologischem Anbau.

So können Backzutaten, Teigwaren, Reis, Trockenfrüchte, Getreide, Schrote, Nüsse, Müsli, Gewürze, Essig, Öle, Kaffee, Tee und Hülsenfrüchte neben Keksen und anderen Snacks in die mitgebrachten Gefäße gefüllt werden. Auch frisches Brot kann man dort erwerben.

Bringt man sich den eigenen Vorratsbehälter oder die Gewürzdose mit, entfällt zu Hause auch das lästige Umfüllen.

Auch Non-Food

Auch der Non-Foodbereich mit Naturkosmetik, Zahnpflegeprodukten, Reinigungsmitteln und Drogerieartikeln ist gut ausgestattet. Vervollständigt wird das Angebot noch durch frisches Gemüse, Molkereiprodukte und Konserven.

Viel Service

Besonders gut finde ich das Angebot, sich das dort gekaufte Getreide auch frisch mahlen oder flocken zu lassen. Den besonderen Wert von frisch gemahlenem Mehl oder frischen Flocken wissen viele Gesundheitsbewusste zu schätzen.

Hier wird Service noch groß geschrieben und das kompetente, freundliche Personal hilft jederzeit gerne weiter.

Da ich mich seinerzeit an der Crowdfunding-Kampagne beteiligt hatte, konnte ich auch mein Starterpaket des Unverpackt Koblenz in Empfang nehmen. So bin ich für die nächsten Einkäufe bestens gerüstet.

Kochsack oder -kiste

“Das schönste Geschenk für eine deutsche Hausfrau” ist “Der Hausfreund” lautete die etwas vollmundige Werbung für eine Kochkiste aus dem Jahre 1905.

Findige Schreiner bauten hübsch anzusehende Möbelstücke, mit Kochkistenfunktion, die auch noch als Sitzgelegenheit genutzt werden konnten. Einfacher kommen Kochsäcke daher, die deshalb auch gerne in Entwicklungsländern Verwendung finden.

Die Werbeaussagen sind den heutigen sehr ähnlich: Zeitersparnis, Energieeinsparung (Holz & Kohlen war zu der damaligen Zeit teuer und knapp ) und unkompliziert warme, bekömmliche und schmackhafte Speisen zubereiten.

Auch die Vorteile eines Kochsacks wie energiesparendes, vitaminschonendes, gemacksintensives sowie unbeaufsichtigtes Kochen hat an Aktualität nichts verloren.

Doch mit dem Einzug von Heizung und Elektroherden in die Haushalte verlor dieser “Hausfreund” der deutschen Hausfrau mehr und mehr an Bedeutung.

Erst jetzt im Zuge des Schlagwortes “Nachhaltigkeit” gerät die Kochkiste oder der Kochsack wieder in den Fokus. Interressant ist die Nutzung für Lebensmittel die lange gegart werden müssen wie Hülsenfrüchte oder Vollkornreis. Aber auch für Suppen oder Kartoffeln kann die Nutzung sinnvoll sein.

Die Lebensmittel werden wie gewohnt vorbereitet, auf dem Herd nur kurz aufgekocht und kommen dann im Topf in den gut isolierenden Kochsack und benötigen so keine weitere Energie.

So gut verpackt garen die Zutaten langsam und vitalminschonend und ohne weiteres Zutun weiter. Die Gefahr von überkochen oder gar anbrennen besteht nicht und es muss auch nichts umgerührt oder beobachtet werden.

Die so gewonnene freie Zeit kann anderweitig verwendet werden und das macht heute genauso viel Sinn wie in früheren Zeiten.